Robert Simon    
   
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Kunst-Leuchtzauber mit Herz
Robert Simons 24-Stunden-Museum in Celle feiert Jubiläum

„Strahlkraft & Leuchtzauber“ hat Celles Kunstmuseum immer – zum Jubiläum seines 24-Stunden-Museums-Patents aber ganz besonders.

von Evelyn Beyer

CELLE. Ein Herz schlägt vorn im Kunstmuseum Celle. Im Pulstakt leuchtet eine weiße Zwei rechts, eine gespiegelte Zwei links, dann in der Mitte ein rotes Herz. „Zwei, zu zweit“, die Neonarbeit von Timm Ulrichs, wirkt wie geschaffen für das patentierte 24-Stunden-Museum, das sich seit gestern zum Jubiläum mit „Strahlkraft & Leuchtzauber“ präsentiert.

Zehn Jahre ist es her, dass der hannoversche Galerist Robert Simon das von ihm ehrenamtlich geführte Celler Haus mit seiner Kunstsammlung so mit Lichtkunst ausgestaltete, dass es nachts von außen ebenso seine Wirkung entfaltet wie tagsüber von innen. Eine Idee, die er beim Deutschen Patentamt eintragen ließ (Nummer 39654828) und die dem mit Mini-Etat arbeitenden Museum republikweite Beachtung bescherte.

Zum Jubiläum ist die Strahlkraft aufpoliert; außer dem Herz blinken Timm Ulrichs´ „DEATH –EAT“ und „EARTH – ART“, vorne strahlt Brigitte Kowanz´ „aura“, seitlich glimmen die bunten Lampen der „G-M-Aktie“, von Klaus Geldmacher und Francesco Mariotti 1964 zur Dokumenta kreiert. Von Geldmacher stammt auch die fragile Neonskulptur „Xenon plusultra“, und als Dauerinstallation ziehen sich Mariottis „Quantenlandschaft“ und Otto Pienes „Zone Zero“ über eine Seite. Auch Malerei gibt’s nachts, durch die Scheiben glühen Yvonne Goulbiers und Joachim Kettels Bilder im Schwarzlicht.

Die Kunst „auch für den präsent sein zu lassen, der sie nicht absichtlich aufsucht“, ein „Statement in den öffentlichen Raum“ zu schaffen: Dieses Ziel erreicht Robert Simon mit seinem Lichtkunsthaus. Begabt darin, „die nicht vorhandenen Finanzen durch Ideen zu ersetzen“, wie er sagt, gelang es ihm, sein Kunstmuseum as attraktiven Ort für Groß und Klein zu etablieren. 2000 Kinder kommen zur Kunstpädagogik, zu Keramikwerkstätten analog zu den ausgestellten Arbeiten von Otto Piene oder zu Experimenten mit Lichtkunst. Und gern wird im Kunstmuseum gefeiert oder gar geheiratet -vieles ist möglich.

Die Räume sind hier wandlungsfähig, das zeigt auch die Installation „Second sight“ von Anne Nissen im Dachgeschoss. Alles wurde dort verhängt, um ihre sich geheimnisvoll überlagernden Projektionen ins richtige Dunkel zu rücken. Über zwei Spiegelwände huschen Wasser, Froschlaich und Gesichter vielfach gebrochen auf Gazewänden im Raum umher, ein faszinierendes Vexierspiel.

„Strahlkraft & Leuchtzauber“ bis 1 März, Otto Piene, Keramik, sowie Anne Nissen „Second sight“, bis 4 .Januar. Geöffnet Di.-So. 10-17 Uhr, von außen täglich 17-10 Uhr.


ZWEI, ZU ZWEIT: Timm Ulrichs

Neue Presse, 08.11.2008


 
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