Robert Simon    
   
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Nah dran an der Kunst
Robert Simon geht mit Jugendlichen auf Skulptur-Tour

VON HEIKE SCHMIDT

Die Perspektive zu wechseln, ist gar nicht so schwer: Es reicht aus, im Spurt die dreispurige Brühlstraße zu überqueren und sich neben die Skulptur von Erich Hauser auf dem Mittelstreifen zu stellen. Gemeinsam mit 15 Jungen und Mädchen der Rosa-Parks-Hauptschule hat der Galerist und Mitinitiator der Skulpturenmeile, Robert Simon, gestern mehrmals die Straßenseite und somit den Blickwinkel gewechselt. Sein Ziel: Kindern Kunst im eigenen Umfeld nahezubringen.

Die Bürgerstiftung unterstützt das Projekt, das zweigeteilt ist: Zuerst begeben sich die Schüler auf der Skulptur- Tour entlang der Meile. In zwei Wochen werden sie dann im Atelier von Hartmut Stielow selbst aus Schrott Skulpturen schweißen. Die Stiftung übernimmt die Kosten für das Material. „Der Weg in eine Galerie ist den meisten doch fremd“, hat Dorothea Jäger, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, beobachtet. Um Jugendliche trotzdem an Kunst heranzuführen, war die Stiftung sofort begeistert von der Idee des Galeristen, der gestern mit dem Künstler Hartmut Stielow zur Skulptur-Tour schritt.

Mit Skulpturen hatte Annabell Haaf bislang nicht so viel zu tun. „Wahrgenommen habe ich sie schon“, meint die 15-Jährige. „Ich finde sie auch relativ cool.“ Sie habe sich nur gefragt: „Wie kommt man bloß auf so eine Idee?“ Ähnlich ging es auch Zena Sanjakdar. „Es ist bestimmt schwer, das wirklich zu bauen“, sagt sie. Auf den Workshop sind beide gespannt. „Wir machen uns zuvor auch eine Zeichnung.“ Dass dies sinnvoll ist, bestätigt Simon. Bei der Skulptur „Symphony in Red“ von John Henry, die aussieht, als habe ein Riese rote Mikadostäbchen auf den Königsworther Platz geworfen, dienten Zeichnungen etwa zur Berechnung der Statik. Auf dem Bürgersteig stehend zeigt der Galerist auf Skizzen in einemBuch. Auch Simon ist gespannt, welche neuen Dimension die Jugendlichen beim Workshop noch entdecken werden. Einen neuen Blickwinkel auf die Kunst haben sie allemal bekommen.


Unterwegs auf der Skulpturenmeile: Galerist Robert Simon erklärt Hauptschülern den „Stahlengel“ von Erich Hauser. Foto: Steiner

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 27.05.2011


 
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