Robert Simon    
   
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Galerie als Geburtstagsgeschenk

Robert Simon, künstlerischer Leiter des Kunstmuseums Celle, feiert heute seinen 65. Geburtstag

Der Kunstsammler, Mäzen und künstlerische Leiter des Kunstmuseums Celle Robert Simon feiert das 30-jährige Bestehen seiner Galerie in Hannover und seinen 65. Geburtstag. Der Entwickler von Kunstkonzepten hat auch in Celle viel bewegt.

CELLE: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, hat Kunstsammler Robert Simon und künstlerischer Leiter des Celler Kunstmuseums allen Grund zur Freude. Seine Zeichen, die er all die Jahre in Deutschland setzte, werden wahrgenommen. Heute feiert Simon seinen 65. Geburtstag. Schmunzelnd verrät er, warum er ihn in seiner Galerie in Hannover begeht: „Vor 30 Jahren habe ich mir die Galerie zu meinem Geburtstag geschenkt“.

Für den 1946 in Kassel geborenen Betriebswirt, der seit dem 26. Lebensjahr in Führungspositionen der Wirtschaft gearbeitet hat und zuletzt für den gesamten Marketingbereich der Magdeburger Versicherung tätig war, wo er als Pressesprecher begannt, hatte die Gründung der Galerie Kö 24 in Hannover 1981 mit Ökonomie nicht viel zu tun. „Mir ging es darum, jung Künstler zu entdecken und zu fördern. Ich wollte ihnen eine Plattform bieten. Die Galerie war eine reine Fördereinrichtung.“

Aus ihr gingen Preisträger des Landes Niedersachsen hervor. „Die niedersächsischen Preisträger des Villa-Massimo-Stipendiums 1984 stellen wir“, so Simon stolz. Das waren Peter Basseler und Giso Westing. Mit dieser Trefferquote standen wir vor der Entscheidung weitermachen oder schließen“, erinnert sich Simon. „Es war ja nicht zu toppen.“ Also machte Simon den Schnitt, sprang vom sicheren Posten ins kalte Wasser der hauptberuflichen Kunsttätigkeit. Gemeinsam mit seiner Frau Heide suchte er neue Herausforderungen: „ Ich positionierte mich mit Kunst im öffentlichen Raum, entwickelte Konzepte, suchte Städte als Partner und förderte Kunst als Bestandteil der Unternehmenskultur.“ Ein Höhepunkt war die Skulpturenmeile in Hannover, die Simon ohne Auftrag in Eigeninitiative mit viel Risikobereitschaft realisierte. In Stuttgart gestaltete er den Kerner Platz. „Mein zentrales Anliegen ist es, Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so Simon. Der öffentliche Raum ist dafür prädestiniert im Gegensatz zu einer „vorgesiebten“ Museumselite.“Ich sehe mich nicht als Galerist, ich entwickele Konzepte“, sagte er.

Die Fortsetzung der Idee ist das 1998 von ihm in Celle gegründete „Erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt“, das tagsüber Werke seiner Sammlung von Joseph Beuys, Timm Ulrichs oder Dieter Krieg, nachts Lichtkunst zeigt. Das Konzept wurde ihm patentiert. Seit 15 Jahren ist Robert Simon hier ehrenamtlich als Stifter und künstlerischer Leiter tätig.

Und was wünscht sich Simon, der als Kind schon Kunstluft schnupperte, im Hotel des Onkels, in dem die Documenta-Künstler gasierten? „Ich möchte weitere Akzente in der Kunst setzten“; hält sich der Ideengeber bedeckt. Das Projekt Bahnhof spricht er an. Am Strand sonnenbaden ist nichts für ihn. „Wer so lebt wie ich, muss auf vieles verzichten.“ Dafür besitzt der Gründer der Robert Simon Kunststiftung, Inhaber der Stadtplakette für besondere Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover und die Ehrenmedaille der Stadt Celle eines: ungehemmten Tatendrang.


Foto: Müller

Cellesche Zeitung, 16.07.2011 – von Aneka Schult


 
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